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Auf lebhaftes Interesse einer offenbar recht wissensdurstigen Zuhörerschar stieß das jüngste Konzert im Schloss Evenburg, dem die drei Ausführenden: Polina Gorshkova – Traversflöte, Martin Jaser – Fagott und Alexander Pullaev – Hammerflügel den Titel „Trockne Blumen“ verliehen. Dieser Titel bezog sich auf eine der dargebotenen Kompositionen von Franz Schubert. Da waren in der Tat seltene Klänge zu hören, unterstrichen vom repräsentativen Anblick des historischen Hammerflügels, dessen technische Neu-Entwicklung seinerzeit in den Jahren um etwa 1800 vor allem durch die nun mögliche stufenlos beeinflussbare Lautstärken-Dynamik (=„Piano-Forte“) die Alleinherrschaft des Cembalos (=„Kielflügel“) ablöste. Seine damals noch recht filigrane Mechanik und sein nach wie vor aus dem Cembalo abgeleiteter Klang-Korpus sorgen für eine entsprechend „silbrig-helle“ Tongebung, die der Pianist Alexander Pullaev sowohl solistisch als auch als konzertanter Trio-Partner effektvoll einzusetzen wusste.

Trockne BlumenSo war es in diesem Konzert möglich, Kompositionen von Beethoven, Schubert und Donizetti im ungetrübt originalen Klanggewand des historischen Instrumentariums zu hören. Jenseits aller modernen Routine wurden auf diese Weise zuweilen die urwüchsige Schroffheit im Fortissimo oder die schmeichelnde Sanftheit in gemäßigten Passagen sehr plastisch deutlich. Darüber hinaus hatten die drei ausführenden Künstler auch die von den Komponisten beabsichtigte, bis an die Grenzen des technisch Möglichen gehende Virtuosität höchst überzeugend im Griff! Eine Traversflöte bietet nun einmal in ihrer nach heutigen Maßstäben spartanisch anmutenden Ausrüstung noch nicht den Komfort einer modernen Querflöte, und stellt, wie auch der Hammerflügel, die Spieler vor extreme Herausforderungen. Das im Gegensatz zu diesen Instrumenten eingesetzte klassische Fagott fügte sich durch das anpassungsfähige Spiel Martin Jasers dennoch harmonisch in das gesamt-Klangbild ein.

Beethovens im Alter von 15 Jahren komponiertes Trio ist ein Zeugnis seiner erstaunlichen geistigen Frühreife. Franz Schuberts Moment Musical op.94, von Alexander Pullaev sehr differenziert dargeboten, bot einen tiefen Einblick in die lebhafte Ideenwelt des Komponisten. Und die instrumentalen Bearbeitungen Schubertscher Lieder entwickelten sich zu substanzvoller Eigenständigkeit und ließen keinen der ursprünglich dazugehörenden Texte vermissen. Donizettis launiges Trio ließ unverkennbar seine „Opernsprache“ durchklingen.

Auch nach dem herzlichen Schluss-Applaus und der Zugabe von Schuberts „Ständchen“ entließen die Zuhörer die Künstler noch lange nicht, sondern ließen sich zum Beispiel vom Pianisten noch einmal detailliert das „Innenleben“ des Hammerflügels zeigen.

Martin Gadow

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